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Zecken

Der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) ist die häufigste und bekannteste Zeckenart in Deutschland und Mitteleuropa. Seine Lebenserwartung beträgt etwa 2 bis 3 Jahre. Meist findet man ihn in landwirtschaftlich nicht genutzten Gebieten. Ausgewachsene Holzböcke greifen Wild, Haustiere und den Menschen an, die entsprechenden Nymphen und Larven suchen nach kleineren Säugetieren.
Das ausgewachsene Weibchen ist 3 bis 4 Millimeter groß, das Männchen mit 2 bis 3 Millimeter etwas kleiner. Männchen wie Weibchen besitzen acht schwarze Beine und einen braunroten Rücken, der beim Männchen vollständig, beim Weibchen dagegen nur zum Teil durch einen schwarzen Schild bedeckt ist (daher der Name der Oberfamilie „Schildzecken").
Holzböcke übertragen Erreger, die bei Mensch und Hund Infektionserkrankungen wie Borreliose, FSME oder Anaplasmose auslösen. Man schätzt, dass inzwischen 10 bis 30 Prozent aller Holzböcke in Deutschland Borreliose-Erreger, 1 bis 4 Prozent Anaplasmose-Erregern und in Risikogebieten 1 bis 5 Prozent FSME-Viren in sich tragen.

Die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) gehört zur Familie der Buntzecken und hat sich erst in den letzten 20 Jahren in Deutschland ausgebreitet. Sie stammt aus Süd- und Osteuropa. Besonders zahlreich findet man sie in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Thüringen, Brandenburg und im Großraum Berlin (siehe Verbreitungskarte ). Wie der Name verrät, siedelt die Zecke bevorzugt in Feuchtbiotopen wie Wiesen- und Sumpfniederungen. Ihr Entwicklungszyklus dauert etwa 1,5 bis 2,5 Jahre. Ausgewachsene Auwaldzecken befallen Haustiere und Rinder, aber auch Wildsäugetiere. Ihre Larven und Nymphen saugen Blut an Nagetieren und selten auch an Vögeln.
Viele Parasitenmittel, die einen Angriff von Zecken verhindern sollen, haben auf Auwaldzecken nur eine mäßige Wirkung. Falls Sie den Verdacht haben, dass solche Zecken in Ihrer Umgebung vorkommen, fragen Sie Ihren Tierarzt nach geeigneten Abwehrprodukten.

Auwaldzecken sind relativ auffällig: Weibchen (5 bis 6 Millimeter) und Männchen (4 bis 5 Millimeter) sind größer und kompakter als der Holzbock. Beide Geschlechter besitzen hellbraune Beine und einen schwarzen Rücken, der durch ein weißlich-bräunlich marmoriertes Rückenschild überdeckt ist. Wie bei allen Schildzecken, umgibt der Schild bei Männchen den gesamten Rücken, bei den Weibchen nur einen Teil. Im Gegensatz zum Holzbock und den meisten anderen Zecken laufen Auwaldzecken ihren Wirtstieren auch hinterher, warten also nicht passiv auf einen zufälligen Kontakt.
Sie übertragen die Erreger der Babesiose (auch Hunde-Malaria genannt), die für Hunde sehr gefährlich werden kann. Schätzungen zufolge tragen etwa 0,5 Prozent aller Auwaldzecken den Erreger. Daneben können sie auch Bakterien aus der Gruppe der Rickettsien übertragen, die zum Beispiel das Fleckfieber bei Menschen verursachen.

Die abgebildete Verbreitungskarte wurde von Forschern der Universität Bonn unter Leitung von Dr. Torsten Naucke erstellt. Mit Hilfe des gemeinnützigen Vereins Parasitus Ex e.V. wurde bundesweit dazu aufgerufen, lebendige Auwaldzecken einzusammeln und an das Forschungslabor zu schicken. Die Forscher ordneten die Fundstellen der insgesamt 3113 eingegangenen Zecken den jeweiligen Bezirken zu und kartografierten so die Verbreitung der exotischen Spinnentiere. Mit dieser einmaligen Aktion kann natürlich nur die "Spitze des Eisbergs" erkannt werden, aber das erhaltene Ergebnis spiegelt die tatsächlich vermuteten Verhältnisse recht gut wieder. Die Karte soll in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden.
Nach wie vor sind die Forscher an Auwaldzecken interessiert. Brigitte Menn von der Universität Düsseldorf benötigt im Rahmen ihrer Doktorarbeit allerdings nur solche Zecken, die noch kein Blut gesaugt haben. Da es meist schwierig ist, die Spinnentiere mit bloßem Auge am Boden zu entdecken, kann man dazu die so genannte Fahnenmethode anwenden: Nehmen Sie ein helles Laken oder Handtuch und reiben Sie Ihren Hund gründlich ab, so dass der Schweißgeruch am Tuch haften bleibt. Suchen Sie sich eine geeignete Stelle, wo viele Zecken zu vermuten sind, wie eine naturbelassene und leicht feuchte Wiese oder im grünen Unterholz von Laubwäldern. Ziehen Sie dann mit dem Laken langsam über die Wiese oder durch das Unterholz, so dass die Zecken Zeit haben, auf das Tuch zu klettern. Je nach ausgewählter Stelle werden Sie erstaunt sein, wie viele Zecken sich so in relativ kurzer Zeit sammeln lassen. Mehr Informationen zur Vorgehensweise und zum Projekt erhalten Sie hier .

Die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) kommt südlich von Zentralfrankreich in allen europäischen Mittelmeerländern vor. Aufgrund der niedrigeren Temperaturen in Deutschland existiert sie hierzulande nicht in freier Natur, sondern wird meist als unerwünschtes Urlaubsmitbringsel eingeschleppt. Sie kann aber monatelang in beheizten Häusern oder Hundezwingern leben.
Bei optimaler Umgebung und Temperatur können Braune Hundezecken ihren gesamten Entwicklungszyklus von der Larve über die Nymphe bis zum adulten Tier in nur 6 Monaten vollziehen, im Allgemeinen benötigen sie aber mindestens ein Jahr. Wie der Name schon andeutet, stellt der Hund den Hauptwirt des Parasiten dar: Alle drei Entwicklungsstadien saugen bei ihm Blut. Katzen werden nur selten durch die Braune Hundezecke angegriffen.

Braune Hundezecken besitzen hellbraune Beine und einen ovalen dunkelbraunen Körper. Auch der Schild ist braun. Weibchen und Männchen sind mit 2 bis 3 Millimeter Länge etwas kleiner als der Holzbock.
Die wichtigsten Hundekrankheiten, die durch Braune Hundezecken übertragen werden, sind die Ehrlichiose und die Babesiose. Während für letztere die Übertragung durch die Auwaldzecke in Deutschland wesentlich häufiger vorkommt, wird die Ehrlichiose wohl nur durch die Hundezecke übertragen. Sie ist eine typische Reiseerkrankung; bisher wurde keine Infektion in Deutschland mit dem Erreger bekannt. Auch Menschen können durch den Stich einer Braunen Hundezecke mit Erregern infiziert werden, etwa mit dem Mittelmeer-Zeckenfleckfieber (Boutonneuse-Fieber).

Quelle :Parasitenfrei

 

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