Die FSME
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Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine durch ein Virus hervorgerufene, auf das Gehirn übergreifende Entzündung der Hirnhäute. Die Erkrankung
wird durch das FSMEVirus verursacht, das
ebenfalls durch den Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) übertragen wird. Das Virus ist in ganz Europa zu finden, aufgrund des Zwischenwirtes Zecke beschränkt sich die Verbreitung jedoch auf sogenannte
Endemiegebiete , in Deutschland ist dies insbesondere der Schwarzwald und der BayerischeWald.
Wichtig für die Übertragung des Virus ist, dass es schon zu Beginn des Saugaktes, das heißt innerhalb weniger Minuten übertragen wird und im Gegensatz zur Borreliose kein langes Verbleiben
der Zecke auf dem Wirt erforderlich ist. Beim Menschen verlaufen etwa 90% aller Infektionen unauffällig, die restlichen 10% mit mehr oder weniger deutlichen Symptomen. Etwa 2% der erkrankten Personen
sterben an dieser Infektion.
Über die Bedeutung beim Hund herrscht derzeit keine endgültige Klarheit. Die Infektion des Hundes ist grundsätzlich möglich und es sind vereinzelt klinische Fälle bei Hunden in Österreich, der
Schweiz und in Deutschland nachgewiesen worden. Insgesamt jedoch scheint der Hund sehr viel weniger anfällig für das Virus zu sein als der Mensch. Wenn ein Tier jedoch erkrankt, so ist das klinische
Bild schwer und die Infektion verläuft häufig tödlich.
Symtome FSME
Beim Hund werden nach den ersten unspezifischen Symptomen wie Fieber und einer Wesensänderung auch Zeichen einer Gehirnentzündung beobachtet. Diese können sich je nach Ausmaß der Schädigung im Gehirn
als Krampfanfälle, Zittern, Lähmungen, Schmerzen u.a. äußern. Differential diagnostisch muss in jedem Fall die Tollwut berücksichtigt werden, andere Erkrankungen wie Staupe und Tetanus müssen ebenso
abgegrenzt werden. Hier empfiehlt sich aus tierseuchenrechtlichen Gründen immer eine Rücksprache mit dem Kreistierarzt im Veterinäramt. Eine intensive symptomatische Therapie, die in einer
Fiebersenkung, Flüssigkeitsersatz und Ruhigstellung der Tiere besteht, führt in einzelnen Fällen zur Genesung.
Die Krankheitssymptome erlauben keine eindeutige Diagnose, so dass in jedem Fall ein virologischer Nachweis erfolgen muss. Eine sichere Diagnose ist die Bestimmung des Antikörpertiters im
Gehirnwasser (Liquor cerebrospinalis). Der Virusnachweis im Liquor mit Hilfe der Polymerase-Kettenreaktion kann ebenfalls versucht werden. Eine einmalige Bestimmung der Antikörper im Serum ist
dagegen wenig aussagekräftig, da in den Endemiegebieten bis zu 30% der Hunde Antikörper aufweisen sollen, ohne je Krankheitssymptome zu zeigen. Eine spezifische Maßnahme zur Prophylaxe einer
FSME-Infektion stellt die Impfung dar. Zur Zeit ist zwar kein für den Hund zugelassener Impfstoff verfügbar, doch ist es möglich, den Impfstoff für Menschen beim Hund einzusetzen. Diese Vakzine ist
wirksam und gut verträglich, aber im Vergleich zu ausgewiesenen Hundeimpfstoffen sehr teuer. Da es sich um eine Präparation inaktivierter Erreger handelt, ist eine Wiederholungsimpfung nach 3-4
Wochen notwendig. Eine jährliche Wiederholungsimpfung scheint notwendig zu sein, obwohl entsprechende Untersuchungen für den Hund fehlen. Für den praktizierenden Tierarzt ist es wichtig, daß er den
Tierbesitzer darüber informiert, daß der Impfstoff nicht für den Hund zugelassen ist, und es ist empfehlenswert, darüber hinaus eine schriftliche Einverständniserklärung des Besitzers einzuholen.
Die wichtigste Maßnahme zur Bekämpfung durch Zecken übertragener Erreger ist die Bekämpfung der Zecken selbst. Es sind eine Reihe äußerst wirksamer Mittel verfügbar, die sicher einen Zeckenbefall verhindern. Hier ist aber unbedingt auf die regelmäßige Anwendung zu achten.




