Der Coronavirus
Das canine Coronavirus (CCV) kann eine Darmentzündung bei Hunden verursachen. Das Virus ist in den Hundepopulationen weit verbreitet und verursacht eine nur
milde Erkrankung.
Seine Bedeutung als Krankheitserreger ist daher gering, im
Gegensatz zum caninen Parvovirus kommt es nicht oder nur sehr selten zu Todesfällen. Das canine Coronavirus ist einem wichtigen Virus der Katze, dem der felinen infektiösen Peritonitis (FIP-Virus)
sehr ähnlich. Jüngere Erkenntnisse haben gezeigt, daß einige Isolate des felinen infektiösen Peritonitis-Virus tatsächlich Rekombinante (Viren, die Teile von mehreren verschiedenen Viren besitzen)
aus dem caninen Coronavirus und dem felinen Coronavirus darstellen. Dieser Befund sowie die enge serologische Verwandtschaft zwischen den Coronaviren des Schweines, des Hundes und der Katze könnten
auf eine Übertragung zwischen diesen Tierarten hindeuten.
Die Infektion der Hunde erfolgt durch Kontakt mit dem Kot infizierter Tiere. Dabei spielt sicher der direkte Kontakt zwischen Hunden (wie das Beschnuppern) eine große Rolle, da das canine Coronavirus
in der Umwelt schnell zugrunde geht. Die Infektion scheint sich auf die Darmzellen zu beschränken, ohne daß es zu einer generellen Ausbreitung des Virus durch eine Virämie kommt. Klinisch steht daher
eine in aller Regel milde, nicht-hämorrhagische Diarrhöe im Vordergrund, die auf eine symptomatische Therapie (Flüssigkeitsersatz, Verabreichung von Antibiotika) gut anspricht. Das Virus wird von
erkrankten und nicht erkrankten Tieren über den Kot ausgeschieden. Die Dauer derAusscheidung ist in der Regel kürzer als zwei Wochen.
Die virologische Diagnose kann durch elektronenmikroskopische Untersuchung von Kotproben beziehungsweise durch Isolierung des Virus in der Zellkultur gestellt werden. Ein positiver Virusnachweis
bedeutet allerdings nicht zwangsläufig eine ursächliche Beteiligung des Virus an der Erkrankung, da das CCV weit verbreitet ist, und langanhaltende Infektionen ohne Krankheitssymptome nicht selten zu
sein scheinen.
Ein Impfstoff ist in Deutschland nicht verfügbar. Aufgrund der Ähnlichkeit mit dem FIP-Virus der Katze scheint hier das Risiko der Entstehung einer ähnlichen Erkrankung nicht ausgeschlossen. Diese
grundsätzliche
Gefahr sollte bei der Entwicklung eines Impfstoffes, für den aufgrund des geringen pathogenen Potentials des Virus zur Zeit kein Bedarf besteht, sorgfältig abgewogen werden.
Der Hund infiziert sich durch Kontakt mit virushaltigem Kot. Da das Virus relativ stabil ist, ist dabei kein direkter Tierkontakt notwendig. Die Virusvermehrung findet daraufhin in den Darmzellen
statt, die dabei geschädigt werden. Nachkommenvirus wird mit dem Kot ausgeschieden und kann weitere Hunde infizie-ren. Rotaviren sind nicht so stabil wie Parvoviren und können durch gängige
Desinfek-tionsmittel leicht inaktiviert werden. Da Rotaviren auch klinisch unauffällige Infektionen setzen und Hunde ohne Durchfall Viren ausscheiden können, sollte unbedingt auf ei-nen hygienischen
Umgang mit Tieren geachtet werden. Dies gilt insbesondere für Kin-der, und das nicht nur wegen einer möglichen Gefährdung durch Rotaviren.
Quelle:Virbac




