Babesiose, Piroplasmose oder Hundemalaria
Die Babesiose (oder Piroplasmose):
Babesiosen sind weltweit vorkommende Protozoenkrankheiten (Erreger: Babesia sp., Babesien), die durch verschiedene Zeckenarten übertragen werden.
Babesien befallen die Erythrozyten. Der erste Fall
einer Babesiose beim Menschen wurde 1957 der Öffentlichkeit präsentiert (Gorenflot et al., 1998). Babesiose beim Vieh wird weltweit durch die Erreger Babesia bigemia und B. bovis, in Europa
hauptsächlich durch B. divergens verursacht. Diese Erkrankung ist als Texas Fieber, ‘Redwater Fever' und ‘Cattle Tick Fever' bekannt.
In Europa ist Babesiose bei Schafen (Ferrer et al., 1998a,b),
Ziegen (Ferrer et al., 1998c), beim Vieh (Gubbles et al., 1999), Rotwild (Goff et al., 1993), bei Pferden (Boch, 1985) und Hunden (Armando Pinero, 2000; Glaser & Gothe, 1998) bekannt. In
Frankreich und Spanien ist Babesiose weit verbreitet. Kleinere Herde kommen in Italien, der Schweiz, Österreich und auch in Deutschland vor (Zahler & Gothe, 1997). In Frankreich werden
stellenweise über 50% Durchseuchungsrate (serologisch positiv) beim Vieh erreicht (L‘Hostis et al., 1997).
Symptome der Babesiose:
Die Inkubationszeit beträgt 5 - 28 Tage. Die Krankheit setzt stets mit Fieber (bis 42°C) ein. Es folgen Mattigkeit, Appetitlosigkeit, rascher Konditions- und Gewichtsverlust, Anämie und Ikterus. Die
Milz ist enorm vergrößert, in geringem Ausmaß auch die Leber. Leberdegeneration ist immer vorhanden.
Chronisch kranke Tiere sind apathisch, schwach, abgemagert, mit vielfach nur vorübergehend ansteigender Temperatur; der Ikterus ist wenig ausgeprägt, die Anämie deutlich. (Boch, 1983). Die chronische
Babesiose kann aber auch fast symptomlos verlaufen (Friedhoff, 1980).
Bei der Entstehung der Anämie, die oft in keiner Relation zur geringen Parasitämie steht, sind Autoimmunreaktionen wesentlich beteiligt (Boch, 1983). Es kann zur Bildung von Antikörpern gegen
Erythrozyten und/oder Thrombozyten kommen (Naucke, 2005a).
Bei Schädigung des Zirkulationsapparates treten Ödeme auf, Bauchwassersucht und Blutungen in Haut und Schleimhäuten. Eine Schädigung des Respirationsapparates verursacht Katarrh und Atemnot.
Stomatitis und Gastritis werden ebenfalls registriert, weiter Myositis und rheumatische Beschwerden (Boch, 1983). Es können auch entzündliche Veränderungen der Augen, sowie Netzhautablösung
auftreten. Im weiteren Verlauf kann das Zentralnervensystem geschädigt werden. Dann können Bewegungsstörungen und epileptische Anfälle auftreten (Naucke, 2005a).
Wie die Harnuntersuchungen zeigen, sind die Nieren stets geschädigt, allerdings tritt nur in schweren Fällen Hämoglobin im Harn auf (Boch, 1983).
Die von D. reticulatus übertragenen Stämme von B. canis aus Frankreich sind meistens hochvirulent. Diese Infektionen können innerhalb von 24 bis 48 Stunden zum Tode führen. Besonders gefährdet sind
Welpen und junge Hunde, die empfindlicher sind als ältere Hunde (Friedhoff, 1980).
Quelle: parasitus.com




